In der Ruhe liegt die Kraft!

Wesens- und Eignungstest für Rettungshunde

Es gehört schon einiges dazu, nicht vor Feuer und Qualm davonzulaufen, oder sich nicht vor jemanden zu fürchten, der laut schreiend losrennt. Selbst auf uns Menschen können diese Bedrohungen beängstigend wirken! Aber sie sind wichtiger Bestandteil der Rettungshundearbeit.

 

Die Hunde von BRH müssen immer wieder außerordentlich großen Belastungen standhalten - dafür brauchen sie ein ruhiges und starkes Gemüt. Da das nicht alle Hunde haben, muss ein zukünftiger Rettungshundeführer seinen Hund einem sogenannten Wesens- und Eignungstest unterziehen, bevor er mit der eigentlichen Ausbildung zum Rettungshund beginnen darf.

 

Der Test prüft die unterschiedlichen Facetten eines Hundecharakters, unter anderem seine Menschenfreundlichkeit und seinen Spieltrieb.

Dafür muss sich der Hund von fremden Menschen anfassen, streicheln und stets freundlich bleiben. Wenn eine Person neben dem Hund stürzt und gleich darauf schreiend davonläuft oder viele Menschen gleichzeitig auf ihn zulaufen, sollte er ruhig und nicht aggressiv reagieren. Auch dann nicht, wenn der Hund selbst von wütenden Passanten bedroht wird. Das sind Situationen, die dem Hund jederzeit im Alltag begegnen können und die er entspannt hinnehmen sollte.

 

Ein ander Prüfungsabschnitt testet die Verträglichkeit des Hundes mit seinen Artgenossen. Dafür geht der Hundeführer mit seinem vierbreinigen Freund an mehreren unbekannten Hunden vorbei. Anschließend geht ein fremder Führer mit dem Hund an ihm unbekannten Artgenossen vorbei. Dabei soll sich das Tier seiner Rasse entsprechend freundlich zeigen und nicht auf die anderen Hunde losgehen.

 

Wichtig ist auch zu prüfen, wie selbstsicher sich der Hund in ungewöhnlichen Situationen verhält. Kann er zum Beispiel durch dichten Qualm am Feuer vorbeigehen? Lässt er sich von einem Pistolenschuss und lauten Maschinengeräuschen einschüchtern? Bleibt er auch bei hupenden Autos oder auf ihn zukommenden großen Gegenständen ruhig? Erschrecken ihn flatternde Tücher im Wind, plötzliche optische Reize oder eine seltsam gekleidete, torkelnde Person? Auf all das sollte der Hund besonnen und ausgeglichen reagieren.

 

Entscheiden ist auch seine körperliche Gewandheit. wie sicher und geschickt verhält sich der Hund beim Betreten von Brücken, Röhren oder unebenen Untergrund?

 

Im letzten Teil des Tests wird beobachtet, wie sich der Hund ohne Einfluss seines Hundeführers verhält. Dafür wird er für einige Minuten allein gelassen. In dieser Zeit gehen unterschiedliche Personen an ihm vorbei. Manche sind freundlich zu ihm, sprechen ihn an, streicheln ihn oder geben ihm Leckerlis, manche jedoch bedrohen ihn ganz offen. Selbst in solchen Fällen sollte der Hund selbstsicher und souverän bleiben. Ein Rettungshund darf vor allem eines nicht sein: aggressiv gegenüber fremden Menschen oder Hunden, auch dann nicht, wenn er unter schwierigen Bedingungen große Leistungen erbringen soll.

 

Der bestandene Wesenstest ist die Eintrittskarte in die Rettungshunde-

arbeit und der Beweis für einen ausgeglichenen, sanftmütigen Hundecharakter!

 

Verfasser: Auszug auf dem BRH Anzeiger Mai 2012

 

Ausbildungsstand Isy 04/2014

Abgenommer und bestandener Verhaltens-/Wesenstest

(Prüfung auf dem Platz, im öffentlichen Park, in der Innenstadt)

gem. Landeshundegesetz NRW

 

Gesamtergebnis: sehr gut * / sicher